Geschichte der CDU Wanfried

Ein genaues Datum für die Gründung des Orts- bzw. Stadtverbandes Wanfried der CDU liegt nicht vor, aber man kann davon ausgehen, dass die Geburtsstunde auf die frühen Fünfzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts gelegt werden kann. Vermutlich waren kurz nach dem Krieg nur wenige Bürger bereit, sich politisch zu engagieren. Detaillierte Aufzeichnungen finden sich erst ab März 1973, als Hans von Roeder den Vorsitz der Partei übernahm. Bis dahin wurde sie von Leonhard Schuler geführt, der nach seinem Ausscheiden aus der Führungsetage zum Ehrenvorsitzenden gewählt wurde. Leonhard Schuler war auch neben Albin Kremmer eines der Gründungsmitglieder der Wanfrieder CDU. Die Mitgliederzahl soll zur Gründerzeit unter 10 gelegen und sich im Laufe der Jahre stetig vergrößert haben. Mit Beginn der Aufzeichnungen im Januar 1973 betrug sie aber schon 37 und stieg innerhalb von 10 Monaten auf 54. Eine Steigerung von immerhin fast 46 %. Bis zum Jahr 1977 führte Josef Eibich die Fraktion. Er wurde dann von Benno Preun abgelöst, der dieses Amt bis 1989 innehatte.

In den Siebzigerjahren prägten neben den parteipolitischen Arbeiten auch die regelmäßigen Versammlungen und diverse gesellschaftliche Veranstaltungen, wie Winter-, Sommer- und Frühlings-feste die Tätigkeiten der Mitglieder der Wanfrieder CDU. Als Hans von Roeder nach achtjähriger Tätigkeit 1981 den Vorsitz der Partei niederlegte folgte ihm Harald Schmidt. Langjährige und neue Mitglieder bildeten nun die Fraktion und den Vorstand. Harald Schmidt war es auch, der den inzwischen bewährten „Schlachtekohl“ ins Leben rief. Mittlerweile ist diese Veranstaltung zu einer festen Einrichtung im Veranstaltungskalender der Wanfrieder CDU und den Mitgliedern und Freunden aus den Ortsteilen sowie den umliegenden Ortschaften, bis hinein in die thüringischen Nachbarkreise geworden. Der vorläufige Höhepunkt war hierbei im Jahr 2006 der Besuch des hessischen Ministerpräsidenten Dr. Roland Koch.

Als Harald Schmidt 1991 den Vorsitz der Partei abgab, folgte ihm für 6 Jahre Hans-Jürgen Germerodt. Die Bande zum thüringischen Nachbarverband in Treffurt wurde in dieser Zeit gefestigt. Sein Nachfolger, Carsten Engelhardt, konnte dieses Amt nur 2 ½ Jahre lang ausüben, ehe er aus beruflichen Gründen seinen Heimatort Altenburschla verlassen musste. Bis zur Wahl von Wilhelm Gebhard im Jahr 2001 führte Hartmut Vogt die Partei kommissarisch.

Hartmut Vogt war es auch, der als damaliger Fraktionsvorsitzender in Wilhelm Gebhard ein politisches Talent erkannte und ihn innerparteilich förderte. Gebhard gelang es binnen kurzer Zeit neue Mitglieder aber auch parteilose engagierte Wanfrieder Bürger(Innen) für die Arbeit in und mit der Partei zu gewinnen, was schließlich u.a. dazu führte, dass bei der letzten Kommunalwahl ein hervorragende Ergebnis erzielt wurde (44,7 %). Diese guten Erfolge der letzten Wahl waren es schließlich auch, die Wilhelm Gebhard zu der Bürgermeisterwahl im Mai 2007 bewogen haben für die CDU zu kandidieren.

Wilhelm Gebhard, der im November 2005 mit dem Fraktionsvorsitzenden Hartmut Vogt die Ämter getauscht hat, wurde anlässlich der Jahreshauptversammlung 2006, einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten und somit als Herausforderer für den Amtsinhaber Otto Frank gewählt. Wilhelm Gebhard gewann diese Wahl mit 51,71 % und wurde somit erster Bürgermeister der Stadt der von der CDU gestellt wurde. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt die parlamentarische Mehrheit noch nicht gegeben.

Eine Stimme der FDP und die einer aus der SPD-Fraktion ausgetretenen Abgeordneten waren jetzt das Zünglein an der Waage. Für Gebhard war diese parlamentarische Konstellation zwar nicht ideal, meist gab es aber in der Praxis eine Kooperation. Ilse von Scharfenberg übernahm ab diesem Zeitpunkt den Fraktionsvorsitz und verstand es geschickt meist eine Mehrheit zu organisieren.

 

Die eigene Mehrheit erreichte die CDU aber bei der darauf folgenden Kommunalwahl im Jahre 2011 mit insgesamt 53,01 % der Stimmen.

Diese Mehrheit machte es auch möglich, dass erstmals in der Geschichte der CDU Wanfried die Position des Vorsitzes der Stadtverordnetenversammlung in Person von Jutta Niklass an die CDU ging.

Jutta Niklass wurde auch in der Jahreshauptversammlung 2011 zur Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes gewählt.

Am 5. Mai 2013 fand die nächste Bürgermeisterwahl statt, bei der Wilhelm Gebhard wieder für das Amt kandidierte. Weder die SPD, noch die FDP stellten einen Gegenkandidaten auf. Die FDP sagte Bürgermeister Gebhard die Unterstützung seiner Widerwahl zu, während die SPD dazu keinen Kommentar abgab. Bei einer Wahlbeteiligung von 55% erreichte Wilhelm Gebhard ein Spitzenergebnis von 92,5% der abgegebenen Stimmen und wurde somit für weitere 6 Jahre als Bürgermeister der Stadt gewählt. Das Kommunalwahlergebnis und das Bürgermeisterwahlergebnis bescherten der Partei erstmals eine stabile Parlamentsmehrheit mit einem Bürgermeister aus den eigenen Reihen.