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Wanfried hat neue Wege beim Erhalt der alten
Bausubstanz eingeschlagen. Wie ein Bürgermeister in
Zusammenarbeit mit einer ehrenamtlichen Bürgergruppe zum
Makler und ein vom Verfall bedrohtes Fachwerkhaus zu einem
Schmuckstück wurden, darüber informierten sich die
Mitglieder des Vereins NetzwerkLehm e. V. am vergangenen
Freitag aus erster Hand. Während einer Tagung über
Sanierungskonzepte für Fachwerkhäuser ließen sich von den
Wanfriedern über die Arbeit der Bürgergruppe für den Erhalt
Wanfrieder Häuser und die Sanierungsmaßnahmen im
Fachwerkmusterhaus Wohnen informieren.
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Fachtagung zu Fachwerkhäusern
in Wanfried.
Foto: Diana Wetzestein
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„Wir fordern ein Gütesiegel für Lehm“, sagte
Dieter Brauch, Vorsitzender des Vereins vor
Lehmbaubegeisterten aus ganz Deutschland. Nur dadurch könne
Qualität auch nachgewiesen werden, sagte er. Denn
Qualitätskontrolle und Volldeklaration der Rohstoffe seien
ebenso wichtig, wie die Dokumentation der Wandaufbauten im
Rahmen einer energetischen Sanierung, um bei auftretenden
Schäden, der Ursache schneller auf den Grund zu kommen. Etwa
60 Gäste aus verschiedenen Bundesländern, unter ihnen
Handwerker, Architekten, Baustoffproduzenten, Mitglieder der
Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser und
Baubiologen nahmen an der Fachtagung teil. „Weil Lehm
Schadstoffe aus der Raumluft aufnimmt und abschirmend gegen
elektromagnetische Strahlung wirkt, gilt er als gesunder
Baustoff“, sagte Baubiologe Peter K. Wolff, der als Referent
geladen war. Vor allem der Verbraucherschutz müsse auf der
Agenda Lehmbau stehen. „Er ist kein Allheilmittel“, mahnte
der Fachmann aus Sontra. Besondere Beachtung sollten
Rohstoffqualität und sachgerechte Verarbeitung finden. Darum
forderte der Baubiologe und Energieberater, „dass durch gute
Schulungen Handwerkern und Laien der richtige Umgang mit dem
ältesten Baustoff der Menschheit vermittelt wird.“ Ganz so,
wie es das Konzept des Fachwerkmusterhauses vorsehe.
Dort konnten sich die Teilnehmer bei einer
Baustellenbesichtigung verschiedene Wandaufbauten, gute
Dokumentation und Information über Baustoffe und deren
Verarbeitung ansehen. „Hier kann sich jeder seine
Informationen holen, die er für eine Sanierung braucht“, war
die Meinung der Fachleute, die dem Projekt eine gute Note
gaben.
Bürgermeister Wilhelm Gebhard und der Sprecher der
Bürgergruppe, Jürgen Rödiger, erörterten zuvor in einem
Vortrag, welche Konzepte die Stadt vorantreibt, damit das
Kulturgut Fachwerk, das vielen Städten und Kommunen
einzigartige Ortsbilder verleiht, zukunftsfähig bleiben.
Netzwerke zu bilden, gehört dazu.
Quelle: Marktspiegel | Diana Wetzestein
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