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Gestern Mittag gab die CDU Werra-Meißner ihren
Kandidaten für die Landratswahl im Januar bekannt: Magnus
Schmagold aus Witzenhausen wird gegen Amtsinhaber Stefan Reuß
antreten.
Der 28-Jährige gehört erst seit Herbst vergangenen Jahres der
CDU an, ist Stadtverordneter in Witzenhausen und war vorher
Fraktionsvorsitzender der FWG. Beruflich ist der
Diplom-Kaufmann im Rhein/Main-Gebiet bei einer
Invest-mentgesellschaft tätig.
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Vorm Landratsamt: CDU-Kandidat Magnus Schmagold
(Mitte) mit (v.li.) Angela Fischer, Wilhelm Gebhard, Dirk
Landau und Alexander Heppe.
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Foto: Winter
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Die Wahl der CDU-Kreistagsfraktion am
Freitagabend sei einstimmig gefallen, sagte CDU-Kreischef Dirk
Landau. Schmagold war letztendlich auch der einzige, der zu
einer Kandidatur bereit war. „Ilse von Scharfenberg, Lutz
Bergner, Wilhelm Gebhard und ich gehörten noch zum
Kandidatenkreis“, so Landau.
Landau selbst sei in Wiesbaden in seiner Tätigkeit als
Landtagsabgeordneter zu stark eingebunden. Und Wilhelm Gebhard
sagte über seinen Verzicht: „ Es war nie meine Absicht das
Bürgermeisteramt in Wanfried nur als Sprungbrett zu benutzen.
Ich traue mir den Posten des Landrats zwar zu und hätte mir
auch gute Chancen ausgerechnet, aber ich stehe zu meinem Wort
und werde 2013 eine zweite Amtszeit in Wanfried anstreben.“
Von Scharfenberg und Bergner sagten aus persönlichen Gründen
ebenfalls ab.
Geblieben ist mit Magnus Schmagold kein Verwaltungs-mensch
sondern ein Mann aus der Wirtschaft. Und genau auf die will er
einen seiner Schwerpunkte richten. „Der Landrat muss der erste
Wirtschaftsförderer im Kreis sein und nicht nur im sozialen
Bereich Akzente setzen“, so Schmagolds erste Kampfansage in
Richtung Stefan Reuß.
Und Landau setzte noch einen drauf: „Reuß besucht zwar jeden
Kaninchenzuchtverein und die Landfrauen, aber fragen sie bei
heimischen Unternehmen mal nach, ob sie schon mal Besuch vom
Landrat hatten, wenn es nicht gerade um eine Ehrung ging.“
Einen weiteren Akzent will Schmagold im Bereich der
Erneuerbaren Energien setzen: „Rot/Grün redet zwar immer
darüber, aber ich sehe noch nicht ein umgesetztes Projekt.“ Er
wolle die Bürger mit einbinden, ihnen soll die Möglichkeit
gegeben werden, sich an Projekten zu beteiligen.
Doch bevor es dazu vielleicht kommt, hat der 28-Jährige ein
primäres Ziel: „Ich muss und werde so schnell wie möglich
meinen Bekanntheitsgrad, besonders im Altkreis Eschwege,
erhöhen.“ Dazu möchte er mit so viel wie möglich Menschen ins
Gespräch kommen und sie davon überzeugen, dass ein guter
Landrat nicht aus der Verwaltung sondern aus der Wirtschaft
kommen muss. „Ich trete nicht an, um Zweiter zu werden“, sagt
der 28-Jährige selbstbewusst.
Und Witzenhausens Bürgermeisterin Angela Fischer sagt: „Schmagold
ist immer für eine Überraschung gut…!“

Lars Winter: Auf ein paar Worte...
Ein mutiger Nobody

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Wer bitte ist Magnus Schmagold? Das werden sich
viele im südlichen Teil des Kreises fragen. In Witzenhausen
bereits seit fünf Jahren als Stadtverordneter tätig, ist er im
Altkreis Eschwege ein Nobody.
Doch das will er ja schleunigst ändern. Muss er auch, wenn er
gegen Amtsinhaber Reuß nur den Hauch einer Chance haben will.
Reuß, so scheint es, sitzt trotz „Feuerwehr-Affaire“
(Stichwort ehemaliger SPD-Unterbezirksvorsitzender Oetzel und
ehemaliger Kreisbrandinspektor Sußebach) fester im Sattel denn
je. Und eines muss man unserem Landrat attestieren: Der Name
Reuß und der Umstand schlecht vorbereitet zu einem Termin zu
erscheinen, schließen sich mal eben komplett aus.
Schmagold muss in den nächsten Monaten beweisen, dass er für
das Amt des Landrats taugt. Seine parteiinterne Nominierung
ist einerseits eine große Überraschung, andererseits auch
nicht. Denn mit Landau oder Gebhard hätte die CDU wesentlich
bekanntere Politiker ins Rennen schicken können.
Doch Landau hat ja bereits eine Schlappe gegen Reuß kassiert
und Gebhard fühlt sich seiner Heimatstadt Wanfried
verpflichtet. Dabei wäre Gebhard wohl der einzige aus den
CDU-Reihen gewesen, der für Reuß eine ernstzunehmende Gefahr
dargestellt hätte. Selbstbewusst, bekannt im ganzen Kreis und
vor allem politisch erfolgreich. Er war es, der die ehemals
rote Bastion Wanfried zum Einsturz brachte…
Zurück zu Schmagold: Mutig ist er, der 28-Jährige. Und seine
Wirtschaftskompetenz scheint unstrittig. Nur: Die und noch
viel mehr muss er den Menschen im nächsten halben Jahr auch
nahe bringen. Von der Körpergröße her, liegt er mit seinen
1,98 Metern schon mal auf Augenhöhe mit Reuß. Vom
Bekanntheitsgrad her trennen ihn und den Amtsinhaber aber noch
Welten.
Kleines Gedankenspiel zum Schluss: Die Grünen suchen ja noch
die richtige Besetzung fürs Amt des Ersten Kreisbeigeordneten.
Vielleicht sollten sie sich für ihr Parteimitglied Philipp
Schmagold entscheiden. Falls Magnus Schmagold Landrat wird,
säßen zwei Brüder in den höchsten Ämtern des Kreises…
Quelle: Marktspiegel vom 06.08.2011 Lars WINTER |