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Sein erstes Treffen mit einem anderen
Bürgermeister führte ihn nach Wanfried. Michael Reinz
(parteilos) ist seit 19 Tagen das neue Stadtoberhaupt von
Treffurt und will mit seinem Antrittsbesuch bei Wilhelm
Gebhard gleich die enge Verbundenheit auch über Landesgrenzen
hinweg unter-streichen. "Uns verbindet viel mehr als uns
trennt", sagt Reinz im Gespräch im Wanfrieder Rathaus. Wilhelm
Gebhard freut sich sehr darüber, dass Reinz das Gespräch
genauso gewollt hat. "Wir wollen in Zukunft intensiver
zusammen-arbeiten", sagt Gebhard, der ihn unmittelbar nach
seiner Gratulation zum Wahlsieg nach Wanfried eingeladen hat.
Schließlich sind die Sorgen des demographischen Wandels,
Wegfall von Arbeitsplätzen, aber auch ganz alltägliche
Probleme wie die Einführung der gesplitteten Abwasser-gebühr
oder der Zuschussbedarf der städtischen Kinder-gärten sind
gemeinsame Probleme.
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Manuela Montag (1.
Beigeordnete der Stadt Treffurt), die Bürgermeister aus
Wanfried und Treffurt Wilhelm Gebhard und Michael Reinz
sowie 1. Stadtrat Albrecht Kanngießer vereinbarten per
Handschlag eine engere Zusammenarbeit der beiden Werrastädte.
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Foto: Tobias Stück.
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Bei der Kinderbetreuung zeichnen sich aber
auch große Unterschiede ab. 49 Euro plus einen Zuschuss zum
Mittagessen zahlen die Eltern für einen Platz in einem
Kindergarten in Treffurt oder einem der Stadtteile. Bereits
ab einem Lebensjahr kann man seine Kinder in der Krippe
betreuen lassen. Zum Vergleich: In Wanfried kostet der
Tagesstättenplatz 120 Euro für die Eltern. Beiden Städten
gemein ist, dass das Geld der Eltern bei weitem nicht
ausreicht, um den Platz kostendeckend herauszugeben.
Zwischen 500 und 600 Euro kostet die Betreuung pro Kind in
beiden Städten monatlich. Um die Differenz auszugleichen,
legen die Kommunen ordentlich drauf. Wanfried schießt 450
000 Euro im Jahr zu, Treffurt sogar 800 000 Euro. Dass die
Kinderbetreuung der thüringischen Kleinstadt so viel wert
ist, ist sozialhistorisch begründet. In der ehemaligen DDR
wurde viel mehr Wert auf die Kinderbetreuung gelegt. Damit
wird es aber auch bald vorbei sein. "Die Aufsichtsbehörde
hat uns auferlegt, kostendeckender zu wirtschaften", sagt
Manuela Montag (CDU), 1. Beigeordnete der Stadt. Neun
Prozent der Kosten zahlen die Eltern momentan, Treffurt will
16 Prozent auf sie umlegen, obwohl das Land 25 bis 30
Prozent fordert. Die finanzielle Lage der 5700
Einwohner-Stadt auf der thüringischen Seite der Werra sieht
momentan rosig aus. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 156
Euro, die Rücklagen belaufen sich auf etwa drei Millionen
Euro. "Wenn
wir unser immobiles Vermögen aufrechnen würden, wären wir
sogar schuldenfrei", sagt der neue Bürgermeister von
Treffurt. Das Geheimrezept? "Wir nutzen alle Fördertöpfe
konsequent und sind sehr sparsam in der Haushaltsführung",
erklärt Michael Reinz. Doch das ist nicht alles, denn dieses
Prinzip verfolgt Wanfried auch. Treffurt hat sich bereits an
das Tafelsilber herangetraut und die Stadtwerke abge-geben.
"Das war der Startschuss zur Sanierung", sagt Reinz.
Quelle: Werra-Rundschau vom 27.05.2011 |
Tobias Stück
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