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30.05.2011 Wanfried

Antrittsbesuch in der Nachbarstadt

Treffurts neuer Bürgermeister Michael Reinz ist der Einladung von Bürgermeister Wilhelm Gebhard gefolgt

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Sein erstes Treffen mit einem anderen Bürgermeister führte ihn nach Wanfried. Michael Reinz (parteilos) ist seit 19 Tagen das neue Stadtoberhaupt von Treffurt und will mit seinem Antrittsbesuch bei Wilhelm Gebhard gleich die enge Verbundenheit auch über Landesgrenzen hinweg unter-streichen. "Uns verbindet viel mehr als uns trennt", sagt Reinz im Gespräch im Wanfrieder Rathaus. Wilhelm Gebhard freut sich sehr darüber, dass Reinz das Gespräch genauso gewollt hat. "Wir wollen in Zukunft intensiver zusammen-arbeiten", sagt Gebhard, der ihn unmittelbar nach seiner Gratulation zum Wahlsieg nach Wanfried eingeladen hat. Schließlich sind die Sorgen des demographischen Wandels, Wegfall von Arbeitsplätzen, aber auch ganz alltägliche Probleme wie die Einführung der gesplitteten Abwasser-gebühr oder der Zuschussbedarf der städtischen Kinder-gärten sind gemeinsame Probleme.

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Manuela Montag (1. Beigeordnete der Stadt Treffurt), die Bürgermeister aus Wanfried und Treffurt Wilhelm Gebhard und Michael Reinz sowie 1. Stadtrat Albrecht Kanngießer vereinbarten per Handschlag eine engere Zusammenarbeit der beiden Werrastädte.

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Foto: Tobias Stück.

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Bei der Kinderbetreuung zeichnen sich aber auch große Unterschiede ab. 49 Euro plus einen Zuschuss zum Mittagessen zahlen die Eltern für einen Platz in einem Kindergarten in Treffurt oder einem der Stadtteile. Bereits ab einem Lebensjahr kann man seine Kinder in der Krippe betreuen lassen. Zum Vergleich: In Wanfried kostet der Tagesstättenplatz 120 Euro für die Eltern. Beiden Städten gemein ist, dass das Geld der Eltern bei weitem nicht ausreicht, um den Platz kostendeckend herauszugeben. Zwischen 500 und 600 Euro kostet die Betreuung pro Kind in beiden Städten monatlich. Um die Differenz auszugleichen, legen die Kommunen ordentlich drauf. Wanfried schießt 450 000 Euro im Jahr zu, Treffurt sogar 800 000 Euro. Dass die
Kinderbetreuung der thüringischen Kleinstadt so viel wert ist, ist sozialhistorisch begründet. In der ehemaligen DDR wurde viel mehr Wert auf die Kinderbetreuung gelegt. Damit wird es aber auch bald vorbei sein. "Die Aufsichtsbehörde hat uns auferlegt, kostendeckender zu wirtschaften", sagt
Manuela Montag (CDU), 1. Beigeordnete der Stadt. Neun Prozent der Kosten zahlen die Eltern momentan, Treffurt will 16 Prozent auf sie umlegen, obwohl das Land 25 bis 30 Prozent fordert. Die finanzielle Lage der 5700 Einwohner-Stadt auf der thüringischen Seite der Werra sieht momentan rosig aus. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 156 Euro, die Rücklagen belaufen sich auf etwa drei Millionen Euro. "Wenn
wir unser immobiles Vermögen aufrechnen würden, wären wir sogar schuldenfrei", sagt der neue Bürgermeister von Treffurt. Das Geheimrezept? "Wir nutzen alle Fördertöpfe konsequent und sind sehr sparsam in der Haushaltsführung", erklärt Michael Reinz. Doch das ist nicht alles, denn dieses Prinzip verfolgt Wanfried auch. Treffurt hat sich bereits an das Tafelsilber herangetraut und die Stadtwerke abge-geben. "Das war der Startschuss zur Sanierung", sagt Reinz.

 

Quelle: Werra-Rundschau vom 27.05.2011 | Tobias Stück

 

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