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CDU Stadtverbandsvorsitzender Hartmut Vogt zu
dem von Frank Susebach, Vorsitzender der SPD Wanfried,
erhobenen Vorwurf der Wählertäuschung:
Meine Sicht der Dinge
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In einer im Internet und in der Werra-Rundschau
veröffentlichten Stellungnahme hat der Vorsitzende der
Wanfrieder Sozialdemokraten, Frank Susebach, mit Blick auf den
CDU-Kandidaten Hans-Jürgen Germerodt in Frageform von
„Wählertäuschung“ gesprochen. Germerodt habe „aus einem
einzigen Grund“ für die CDU kandidiert: „um über seinen
Bekanntheitsgrad und seine Beliebtheit Stimmen für seine
Partei abzugreifen“. Susebach sieht hier keinen Unterschied zu
dem „Verhalten einiger Bürgermeister im Kreis, sich auf
Listenplatz 1 setzen zu lassen und nach der Wahl das Mandat
nicht anzunehmen“.
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Dazu ist zu sagen:
Zunächst ist es ein wesentlicher Unterschied, ob eine
ehrenamtliche Privatperson auf Listenplatz 23 (!) – wie
Germerodt – sich dem Wählervotum stellt, oder ob ein
amtierender Wahlbeamter (Bürgermeister, Erster
Kreisbei-geordneter o.ä.), dessen Amt mit dem Mandat in der
Stadtverordnetenversammlung von vornherein unvereinbar ist,
sich an erster Stelle platzieren lässt.
Dass das Verhalten dieser Wahlbeamten höchst fragwürdig war
und ist, hat Herr Susebach nunmehr selbst zugestanden, und
insofern ist ihm nur Recht zu geben. Seit dem Amtsantritt des
Bürgermeisters Wilhelm Gebhard (CDU) ist ja auch Schluss mit
einer solchen den Wähler täuschenden Praxis!
Im Irrtum befindet sich Herr Susebach allerdings, weil er hier
keinen Unterschied zu dem Fall Germerodt erkennt.
Hätte sich Herr Susebach vor seinem Schnellschuss hier um
Hintergrundwissen bemüht – das in einem sehr persönlichen
Bereich von Herrn Germerodt erst seit ganz kurzem begründet
liegt und jeden von uns treffen kann –, dann wäre er zu
anderen Schlüssen gekommen. Nachdenken, Recherchieren,
nochmals Nachdenken, dann Entscheiden. Das wäre eine richtige
Reihenfolge gewesen.
Mittlerweile kennt Herr Susebach diese persönlichen
Hintergründe. Eine Entschuldigung bei Herrn Germerodt wäre nun
eine angemessene Reaktion.
Wäre es darüber hinaus auch nicht ehrlicher und einsichtiger
über eigene Fehler der Partei nachzudenken, statt als
schlechter Verlierer in verärgertem und blindem Aktionismus
von der eigenen Wahlniederlage abzulenken ?
Ein weiterer Aspekt fällt mir auf: Wie aus SPD-Kreisen
verlautet, kandidiert Herr Susebach erneut um die Position des
Stadtverordnetenvorstehers.
Seine Vorgänger, ob Hans Sinke oder Günther Winnige, haben
auch außerhalb des Parlaments ihre neutrale Rolle bewußt
gepflegt und waren aus diesem Grunde auch parteiübergreifend
anerkannt als hervorragende Repräsen-tanten im Wanfrieder
Leben. Es hat ihnen selbst und vor allem dem Amt gut getan.
Ich bedaure aber auch, dass Herr Susebach durch den geplanten
Einzug in den Magistrat sich erneut keiner Parlamentsdebatte
wird stellen müssen oder wollen. |