Home  Kontakt  Impressum  Sitemap
 

 

.

Aktuelle MeldungAktuelle Meldung

Archiv

....

..

05.02.2011 Wanfried

Geothermie - Ein gefragtes Thema

CDU Wanfried lud zu Vortragsveranstaltung ein

.

Knapp 85 interessierte Bürgerinnen und Bürger verfolgten am vergangenen Donnerstagabend im Bürgersaal des Hotels „Zum Schwan“ einen spannenden Vortrag über das Zukunftsthema Geothermie. Auf Einladung des CDU-Stadtverbands Wanfried referierte Dipl.-Geologe Peter Fallis über die Möglichkeiten der Erdwärmenutzung. Zudem waren die Dipl.-Ing. Axel Hentrich und Hans-Georg Albarus vom gleichnamigen Ingenieurbüro Albarus & Hentrich aus Eschwege und Dipl.-Ing. Waldemar Müller-Ruhe von der Bohr- und Brunnenbaugesellschaft Angers & Söhne sowie ortsansässige Handwerksunternehmen als Fachleute anwesend und standen am Ende des Vortrages Rede und Antwort.

.

.

Peter Fallis während seines spannenden Vortrags über die Erdwärme-nutzung.

..

„Die Menschen leben auf einer unerschöpflichen Energiequelle. 99 Prozent der Erde besitzen eine Temperatur von über 1000°C,“ so Peter Fallis am Beginn seines Vortrags. Er erörterte die Nutzungsmöglichkeiten und Technologien der Erdwärme (Geothermie) zum Heizen und Kühlen und stellte deren Wirtschaftlichkeit in den Focus. Mit einem Kilowatt Strom, den man zum Betreiben der Wärmepumpe benötigt, könnten drei bis vier Kilowatt kostenlose und umweltfreundliche Erdwärme gewonnen werden, so Fallis. Dazu benötige der Verbraucher eine Erdwärmesonde (EWS), die je nach geologischen Vorgaben und Berechnungen entsprechend tief durch ein Bohrloch ins Erdreich verbracht wird. Lediglich ein abgedeckter Schacht am Haus und ein Wärmepumpe anstelle des Brennkessels im Keller seien nötig, um diese oberflächennahe Energie zu nutzen. Jedoch sei es für die Funktion und Wirtschaftlichkeit der Erdwärmenutzung entscheidend, die fachgerechte Planung von Geologen und genaue Bedarfsberechnungen von Fachingenieuren einzuholen. Nur so könne man Überdimensionierung und zu hohe Kosten vermeiden.

.

.

Dipl.-Ing. Albarus und Dipl.-Ing. Hentrich vom gleichnamigen Ing.-Büro Albarus & Hentrich aus Eschwege sowie Dipl.-Ing. Müller-Ruhe (stehend) von der Bohrfirma Anger's & Söhne aus Hessisch-Lichtenau und Dipl.-Geologe Peter Fallis.

..

Die sehr gut besuchte Veranstaltung war ein Beweis für das Interesse an diesem Thema. Unaufhaltsam steigende Rohstoffpreise zwingen zum Umdenken in der Energiefrage. Die Investitionskosten für eine Erdwärmesonde (EWS) erscheinen hoch, die Betriebskosten seien dagegen gering und blieben stabil, so Peter Fallis. Er bezifferte in einem Beispiel die Betriebskosten für eine EWS auf 800 Euro und für eine Ölheizung jährlich auf 2.000 Euro, Tendenz steigend. „Die Mehrkosten hat man nach neun bis zehn Jahren wieder in der Tasche“, so Dipl.-Ing. Müller-Ruhe, der Tausende dieser Sonden europaweit in die Erde verbringt. Diese Anlagen werden in Wanfried vom ortsansässigen Stromversorger, dem Elektrizitätswerk vom Scharfenberg KG gefördert. Andreas von Scharfenberg sagte, dass es für seine Kunden einen Zuschuss von bis zu 450 Euro bei Installation der Anlage und den Strom-Sondertarif „Werratherm“, der etwas 25 Prozent unter den normalen Tarifen liegt, gibt. „Bspw. konnte man auf diese Art bereits 35 Kunden, die sich für Erdwärme entschieden haben, im Versorgungsgebiet Treffurt fördern,“ so v. Scharfenberg.

.

.

Eine große Zahl interessierter Zuhörer verfolgte die Vorträge der Fachleute.

..

Dem Vortrag schloss sich eine Fragerunde an, die mit der Vision von Michael Kaiser und Dr. Helmut Pippart endete: „Was wäre denn, wenn sich viele Haushalte zusammentun und nur eine, dann sehr tiefe Bohrung gemacht würde?“ Die Fachleute begrüßten diese Vision, denn damit habe Kaiser das ausgesprochen, wie es im besten Falle sein könnte. In Zusammenarbeit mit Geologen und Ingenieuren wäre so eine dezentrale, unabhängige und umweltfreundliche Wärme-nutzung auch in Wanfried jederzeit möglich. Bürgermeister Wilhelm Gebhard, der um die Moderation des Abends gebeten wurde, begrüßte die Veranstaltung ausdrücklich. „Schließlich sei Wanfried eine überdurchschnittlich „grüne Stadt“, so das Stadtoberhaupt. Der Strombedarf aller privaten Haushalte wird schon jetzt durch regenerative Energie (Biomasse, Wasserkraft und Photovoltaikanlagen) gedeckt. Es gibt genau genommen bereits eine Überdeckung von 25%. Dieses Argument werde seitens der Stadt Wanfried auch immer wieder positiv bei den Vermarktungsbemühungen herausgestellt. „Für neue regenerative Themen sind wir Wanfrieder offen,“ so Gebhard. Das habe auch der große Zuspruch an der Informationsveranstaltung gezeigt.

.

.

Auch im Anschluss an die Veranstaltung konnten Bürger Fragen an die Fachleute stellen.

..

Ilse von Scharfenberg, die im Namen des CDU-Stadt-verbandes die Begrüßung und das Schlusswort übernahm, machte deutlich, dass es der CDU nicht darum ging, für die „Geothermie“ zu werben, sondern vielmehr der Bevölkerung eine weitere regenerative Alternative zu den fossilen Brennstoffen aufzuzeigen. Intensivere Gespräche zwischen den Beteiligten könnten jetzt abgestimmt werden. Besonders dankte sie nochmals dem Referenten Peter Fallis für den spannenden Vortrag sowie den Fachleuten für die fundierten Antworten. Auch dem Team des Hotels „Zum Schwan“ dankte sie, das trotz Betriebsruhe die Bewirtung der Veranstaltung übernommen hat.

.

Linie

Seite drucken


 

Neues aus Berlin

Linie
.