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Knapp 85 interessierte Bürgerinnen und Bürger
verfolgten am vergangenen Donnerstagabend im Bürgersaal des
Hotels „Zum Schwan“ einen spannenden Vortrag über das
Zukunftsthema Geothermie. Auf Einladung des
CDU-Stadtverbands Wanfried referierte Dipl.-Geologe Peter
Fallis über die Möglichkeiten der Erdwärmenutzung. Zudem
waren die Dipl.-Ing. Axel Hentrich und Hans-Georg Albarus
vom gleichnamigen Ingenieurbüro Albarus & Hentrich aus
Eschwege und Dipl.-Ing. Waldemar Müller-Ruhe von der Bohr-
und Brunnenbaugesellschaft Angers & Söhne sowie
ortsansässige Handwerksunternehmen als Fachleute anwesend
und standen am Ende des Vortrages Rede und Antwort.
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Peter Fallis während seines spannenden
Vortrags über die Erdwärme-nutzung.
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„Die Menschen leben auf einer unerschöpflichen
Energiequelle. 99 Prozent der Erde besitzen eine Temperatur
von über 1000°C,“ so Peter Fallis am Beginn seines Vortrags.
Er erörterte die Nutzungsmöglichkeiten und Technologien der
Erdwärme (Geothermie) zum Heizen und Kühlen und stellte deren
Wirtschaftlichkeit in den Focus. Mit einem Kilowatt Strom, den
man zum Betreiben der Wärmepumpe benötigt, könnten drei bis
vier Kilowatt kostenlose und umweltfreundliche Erdwärme
gewonnen werden, so Fallis. Dazu benötige der Verbraucher eine
Erdwärmesonde (EWS), die je nach geologischen Vorgaben und
Berechnungen entsprechend tief durch ein Bohrloch ins Erdreich
verbracht wird. Lediglich ein abgedeckter Schacht am Haus und
ein Wärmepumpe anstelle des Brennkessels im Keller seien
nötig, um diese oberflächennahe Energie zu nutzen. Jedoch sei
es für die Funktion und Wirtschaftlichkeit der Erdwärmenutzung
entscheidend, die fachgerechte Planung von Geologen und genaue
Bedarfsberechnungen von Fachingenieuren einzuholen. Nur so
könne man Überdimensionierung und zu hohe Kosten vermeiden.
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Dipl.-Ing. Albarus und Dipl.-Ing. Hentrich
vom gleichnamigen Ing.-Büro Albarus & Hentrich aus Eschwege
sowie Dipl.-Ing. Müller-Ruhe (stehend) von der Bohrfirma
Anger's & Söhne aus Hessisch-Lichtenau und Dipl.-Geologe
Peter Fallis.
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Die sehr gut besuchte Veranstaltung war ein
Beweis für das Interesse an diesem Thema. Unaufhaltsam
steigende Rohstoffpreise zwingen zum Umdenken in der
Energiefrage. Die Investitionskosten für eine Erdwärmesonde
(EWS) erscheinen hoch, die Betriebskosten seien dagegen gering
und blieben stabil, so Peter Fallis. Er bezifferte in einem
Beispiel die Betriebskosten für eine EWS auf 800 Euro und für
eine Ölheizung jährlich auf 2.000 Euro, Tendenz steigend. „Die
Mehrkosten hat man nach neun bis zehn Jahren wieder in der
Tasche“, so Dipl.-Ing. Müller-Ruhe, der Tausende dieser Sonden
europaweit in die Erde verbringt. Diese Anlagen werden in
Wanfried vom ortsansässigen Stromversorger, dem
Elektrizitätswerk vom Scharfenberg KG gefördert. Andreas von
Scharfenberg sagte, dass es für seine Kunden einen Zuschuss
von bis zu 450 Euro bei Installation der Anlage und den
Strom-Sondertarif „Werratherm“, der etwas 25 Prozent unter den
normalen Tarifen liegt, gibt. „Bspw. konnte man auf diese Art
bereits 35 Kunden, die sich für Erdwärme entschieden haben, im
Versorgungsgebiet Treffurt fördern,“ so v. Scharfenberg.
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Eine große Zahl interessierter Zuhörer
verfolgte die Vorträge der Fachleute.
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Dem Vortrag schloss sich eine Fragerunde an,
die mit der Vision von Michael Kaiser und Dr. Helmut Pippart
endete: „Was wäre denn, wenn sich viele Haushalte zusammentun
und nur eine, dann sehr tiefe Bohrung gemacht würde?“ Die
Fachleute begrüßten diese Vision, denn damit habe Kaiser das
ausgesprochen, wie es im besten Falle sein könnte. In
Zusammenarbeit mit Geologen und Ingenieuren wäre so eine
dezentrale, unabhängige und umweltfreundliche Wärme-nutzung
auch in Wanfried jederzeit möglich. Bürgermeister Wilhelm
Gebhard, der um die Moderation des Abends gebeten wurde,
begrüßte die Veranstaltung ausdrücklich. „Schließlich sei
Wanfried eine überdurchschnittlich „grüne Stadt“, so das
Stadtoberhaupt. Der Strombedarf aller privaten Haushalte wird
schon jetzt durch regenerative Energie (Biomasse, Wasserkraft
und Photovoltaikanlagen) gedeckt. Es gibt genau genommen
bereits eine Überdeckung von 25%. Dieses Argument werde
seitens der Stadt Wanfried auch immer wieder positiv bei den
Vermarktungsbemühungen herausgestellt. „Für neue regenerative
Themen sind wir Wanfrieder offen,“ so Gebhard. Das habe auch
der große Zuspruch an der Informationsveranstaltung gezeigt.
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Auch im Anschluss an die Veranstaltung
konnten Bürger Fragen an die Fachleute stellen.
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Ilse von Scharfenberg, die im Namen des
CDU-Stadt-verbandes die Begrüßung und das Schlusswort
übernahm, machte deutlich, dass es der CDU nicht darum ging,
für die „Geothermie“ zu werben, sondern vielmehr der
Bevölkerung eine weitere regenerative Alternative zu den
fossilen Brennstoffen aufzuzeigen. Intensivere Gespräche
zwischen den Beteiligten könnten jetzt abgestimmt werden.
Besonders dankte sie nochmals dem Referenten Peter Fallis für
den spannenden Vortrag sowie den Fachleuten für die fundierten
Antworten. Auch dem Team des Hotels „Zum Schwan“ dankte sie,
das trotz Betriebsruhe die Bewirtung der Veranstaltung
übernommen hat. |