Bad Soden-Allendorfer wollen
Leerständen entgegenwirken
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Die Wanfrieder klagen nicht, sie agieren: Eine Bürgergruppe
kämpft dort gegen Leerstände und für den Verkauf von Häusern
an Menschen, die in den Ort ziehen wollen. Das
Vorzeigeprojekt findet große Medienaufmerksamkeit und
Bürgermeister Wilhelm Gebhard (CDU) kann Anfragen aus ganz
Deutschland beantworten. Nur im vom Aussterben bedrohten
Werra-Meißner-Kreis interessierte sich bislang keiner für
das Erfolgsprojekt. Jetzt wollen die Badestädter den
Wanfriedern nacheifern.
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Auch in der Badestadt gibt es leerstehende
Häuser, wie das Strauchsche Haus in Allendorf.
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Foto: HNA | tko.
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„Wir haben seit 2006 bereits elf Häuser
verkauft, Häuser, die instandgesetzt wurden und jetzt wieder
bewohnt werden, acht davon von Holländern“, berichteten
Wilhelm Gebhard und Jürgen Rödiger von der Bürgergruppe
Wanfried am Donnerstag stolz vor 60 Interessierten im
Allendorfer Hochzeitshaus. Und die Wanfrieder verrieten auch
das Erfolgsrezept. Im Wanfrieder Rathaus gibt es eine Liste
mit zu vermietenden und zu verkaufenden Häusern. An die
Stadt können sich alle Interessenten wenden.
Dabei haben Gebhard und Rödiger nicht nur Ortsansässige als
Kunden im Auge, sondern vor allem Interessenten aus der
Fremde. Sie werden vom Bürgermeister persönlich eingeladen,
informiert und dann in Objekte geführt. Dort stehen auf
Wunsch weitere Experten aus der Bürgergruppe wie Architekten
oder Handwerker beratend zur Seite. „Sie bekommen gesagt,
was getan werden muss und wie teuer das wird.“.
Dieser Top-Service kommt an. Und selbst Makler und
Handwerker im Ort haben nichts dagegen. Speziell die
Handwerker ziehen mit. „Wir haben Arbeiten für 170 000 Euro
vermittelt, das freut die Handwerker“, sagt Gebhard.
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Bürgermeister Wilhelm
Gebhard und Jürgen Rödiger berichteten am vergangenen
Donnerstag im Allendorfer Hochzeitshaus vor über 60
Interessierten über die Arbeit der Wanfrieder Bürgergruppe.
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Die Verzahnung von Experten in der
Bürgergruppe und der Verwaltung sei ebenso wichtig. „Viele
Fragen könnten so geklärt werden.“ In Wanfried war Gebhard
schon vor seinem Amtsantritt in der Bürgergruppe dabei. Das
soll auch in der Badestadt so sein. Frank Hix (CDU) wird
ebenfalls mitmachen. Er ist zuversichtlich, dass die Aktion
auch in seiner Stadt anlaufen wird. „Zehn Interessierte,
meist Fachleute, die in der Bürgergruppe mitarbeiten wollen,
haben sich am Donnerstag gemeldet. Nun müssten auch noch die
Hauseigentümer mitziehen.“ Leerstände jedenfalls gibt es in
der Badestadt mehr als genug. Die Chancen, einige zu
beheben, schätzt Gebhard übrigens als „mindestens so gut wie
bei uns“ ein.
Gekostet hat die Aktion die Wanfrieder bisher wenig. „Wir
haben nur 200 Euro für die Internetseite in Holland
ausgegeben.“ Bleibt die Frage, warum sich der Kreis
angesichts dieser Erfolge so bedeckt hält? Auch Wilhelm
Gebhard ist erstaunt und würde sich über mehr Anfragen
freuen. „Wir sitzen doch alle in einem Boot.“.