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Was macht diese Stadt im Kampf gegen den
demografischen Wandel besser als andere? Diese Frage stellten
sich 46 Studierende der Richard-Müller Schule aus Fulda. Auf
der Suche nach einer Antwort besuchten sie mit ihren Lehrern
Karin Ebert und Jörg Becker am vergangenen Samstag die Stadt
Wanfried. Auf dem Programm stand ein Vortrag über die
erfolgreiche Vermarktung leerstehender Fachwerkhäuser, die
Bürgermeister Wilhelm Gebhard (CDU) und die Bürgergruppe für
den Erhalt Wanfrieder Häuser seit einem Jahr erfolgreich
betreiben.
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Unter Leitung ihrer Lehrer Karin
Ebert und Jörg Becker besuchten am vergangenen Samstag 46
Studierende der Fuldaer Richard-Müller Schule die Werrastadt
Wanfried. Bürgermeister Wilhelm Gebhard (CDU) und Jürgen
Rödiger referierten über die Probleme des demographischen
Wandels sowie über ihre Arbeit in der Bürgergruppe für den
Erhalt Wanfrieder Häuser.
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Die Teilnehmer dieser Exkursion durch Wanfried
sind auf dem Weg zum staatlich geprüften Betriebswirt,
Fachrichtung Controlling und Marketing. „Ein Thema im Lehrplan
ist der demografische Wandel“, erklärte Jörg Becker. Er ist im
LEADER-Beirat des Kreises Hersfeld-Rotenburg tätig und hörte
in dieser Funktion anlässlich der Regionalkonferenz im März
einen Vortrag von Bürgermeister Gebhard und Jürgen Rödiger.
„Der Landkreis Fulda hat demografisch die besten Prognosen,
der Werra-Meißner-Kreis die schlechtesten“, sagte
Bürgermeister Gebhard, während er zur Vermarktung
leerstehender Häuser, die Infrastruktur und die
Arbeitsplatzsituation darstellte. Hatte man im Jahr 1990 noch
1312 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, waren es
2009 nur noch 722. „Die wichtigste Aufgabe ist und bleibt,
Arbeitsplätze zu schaffen“, so der Bürgermeister. Zudem sei
mit der Abwanderung der Bevölkerung auch die Gefahr gegeben,
dass die Stadt zur „Geisterstadt“ werde, so Gebhard.
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„Die wichtigste Aufgabe ist und
bleibt, Arbeitsplätze zu schaffen“, so der Bürgermeister
Wilhelm Gebhard während seines Vortrags.
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Jürgen Rödiger wurde in seinem Teil des
Vortrages über die Arbeit der Bürgergruppe vom Handyklingeln
unterbrochen. Ein holländischer Neubürger brauchte seinen Rat.
„Wir sind jederzeit erreichbar“, so Rödiger und Gebhard. Das
sei ein großer Pluspunkt für die erfolgreiche Arbeit dieser
ehrenamtlich aufgestellten Gruppe. Von einer Studentin kam die
Frage, ob die Stadt keine Angst vor Nachahmern hätte. Diese
wurde mit einem klaren Nein beantwortet. Schließlich seien
alle von der Demografie betroffen, da sei es unrätlich das
Wissen für sich zu behalten. Außerdem habe es sich bereits
gezeigt, dass keine andere Kommune so „flexibel“ sei wie
Wanfried, sagte der Bürgermeister und bezog sich auf Aussagen
vieler Kaufinteressenten. Immerhin, so Rödiger, standen bei
Arbeitsbeginn der Bürgergruppe 22 Fachwerkhäuser zum Verkauf.
Heute seien von diesen anfänglichen Häusern nur noch sechs
übrig.
Rödiger und Gebhard bedankten sich am Ende
ihres Vortrags bei Hans-Jürgen Germerodt, dem Geschäftsführer der Firma
Werkmeister GmbH & Co. KG. Er stellte seine Seminarräume zur
Verfügung und präsentierte den Studierenden auch die
Erfolgsgeschichte seiner Firma.
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Jürgen Rödiger (links) referierte
über die Arbeit der Bürgergruppe. Hans-Jürgen Germerodt
(rechts) stellte die Seminarräume seines Unternehmens zur
Verfügung und präsentierte die Firma Werkmeister
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Die Vermarktungserfolge in Wanfried seien nur auf ein ganzes Maßnahmenpaket
zurückzuführen, resümierte Jörg Becker. Die einzelnen
Elemente seien dabei nur miteinander wirkungsvoll. Eine
Übertragung auf andere Kommunen hielt er sogar nur für bedingt
möglich. „Erfolge kommen nicht von allein. Herr Gebhard hat
vor Arbeit offensichtlich keine Angst und er hat super
Mitstreiter an seiner Seite“, sagte er. Zudem setze der
Bürgermeister auf emotionale Verbundenheit der Menschen zur
Heimatstadt. Das sei nur möglich, wenn man ganz nah dran ist,
so Becker.
Nach einer Führung durch die Fachwerkstadt, vorbei an den
Häusern, die angesichts erfolgreicher Vermarktungsarbeit
bereits neue Eigentümer gefunden und so vor dem Verfall
gerettet werden konnten, verabschiedete sich Bürger-meister
Gebhard an der Wanfrieder Schlagd auf der Werra von seinen
Gästen aus Fulda.
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