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29.07.2009 Wanfried

Alle ziehen an einem Strang 

Mit 35 Euro wurde und wird Großes auf die Beine gestellt

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.Das wahrscheinlich kleinste Konjunkturpaket der Bundesrepublik zieht eine Zwischenbilanz: 35 Euro aus der Stadtkasse für einen Internetauftritt brachten den Wanfrieder Unternehmen erste Aufträge in Höhe von 60.000 Euro. Möglich machte das die Zusammenarbeit von Bürgermeister Wilhelm Gebhard und der ehrenamtlichen Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser. Jetzt sollen die Handwerksunternehmen frühzeitig mit ins Boot genommen werden. Eine Zusammenarbeit wurde im Rathaussaal beschlossen. „Es gilt dem Verfall historischer Fachwerkhäuser, dem Leerstand in der Stadt und den Ortsteilen aufgrund des demografischen Wandels im ganzen Kreis mit unseren Möglichkeiten entgegenzuwirken“, so der Bürgermeister.

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Vertreter der Bürgergruppe für den Erhalt der Wanfrieder Häuser vor  der Uraltschule

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Wanfried setzt auf seine alte Bausubstanz. Diese soll erhalten bleiben, nicht verschandelt werden. Traditionelle Handwerksunternehmen, die seit Generationen an den historischen Gebäuden arbeiten, sind vor Ort. „Wir haben gut ausgebildete Fachleute, die über Restaurierung, Sanierung und die Eigenarten eines alten Hauses Bescheid wissen“, sagte Gebhard. Dieses Potential sei jetzt gefragt, seit dem sich immer mehr Interessenten aus dem gesamten Bundesgebiet und den Niederlanden für die historischen Wanfrieder Häuser interessierten. Die große Resonanz dieser Vermarktungsstrategie hat die Handwerksmeister überzeugt. Zimmermeister Hubertus Wetzestein riet seinen Kollegen, die Hauskäufer über das normale Maß hinaus zu beraten und den Dialog untereinander zu suchen. Nur so könne es qualitativ wertvolle Leistungen zu fairen Preisen geben.

Jürgen Rödiger von der Bürgergruppe führt wöchentlich Kaufinteressenten durch die Stadt. Eine Internetpräsenz in den Niederlanden, zahlreiche Medienberichte und die persönlichen Briefe an mehr als 500 ehemalige Wanfrieder Bürger hatten Erfolg. Zwei Häuser wechselten aufgrund der Internetanzeige den Besitzer. Erster Ansprechpartner ist der Bürgermeister, dann werden die Interessenten zur Stadtführung mit Besichtigung der Fachwerkhäuser eingeladen. Die Bürgergruppe berät die Käufer in Sachen Fachwerksanierung und Baufinanzierung. Hier sollen jetzt auch die Wanfrieder Handwerker die Interessenten vor dem Kaufentscheid kostenlos beraten. Der Bürgermeister ist mit dem Ergebnis zufrieden. „Wohnen und Leben in Wanfried wird immer attraktiver“, so Gebhard. Durch die jetzt beschlossene Zusammenarbeit würde die Leistung der ehrenamtlichen Bürgergruppe weiter verstärkt, das käme allen zu Gute.

 

Zwischenruf von Lars Winter:

Mit minimalen Investitionen viel erreichen

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Mit minimalen Investitionen viel erreichen. Dafür dient Wanfried momentan als Paradebeispiel. Denn was dort ehrenamtlich auf die Beine gestellt wird, ist aller Ehren wert.
Zurecht kann man vom kleinsten bisher bekannten Konjunkturprogramm sprechen. Und vor allem dem preiswertesten. Denn im Gegensatz zu den Millionen, die derzeit überall rausgehauen werden, backt man, was das Finanzielle angeht, in Wanfried ganz kleine Brötchen. Anders geht es auch gar nicht, denn auch der Brombeermannstadt sind auf Grund des Schuldenberges die Hände gebunden. Umso wichtiger, dass sich Bürger engagieren. Ehrenamtlich, aber voller Tatendrang. Und umso wichtiger, dass der Bürgermeister genau in die selbe Kerbe schlägt.
Zur Erinnerung: Gebhard war es, der das Wort „Vermarktung“ in den Mund nahm, als andere ,Verwalter’ das Wort offensichtlich noch gar nicht kannten – und zwar auch auf Kreisebene.
Dass jetzt auch Wanfrieds Handwerker erkannt haben, welches Potenzial in der Initiative der Bürgergruppe steckt, macht das Konjunkturprogramm erst komplett. Denn die heimischen Handwerker sind und werden es sein, in deren Kassen das Geld der Häuslekäufer und -sanierer landet. 60.000 Euro an Aufträgen sind mehr als ein Anfang. Ein Anfang eines kleinen Konjunkturprogrammes, aus dem vielleicht noch ein ganz großes wird. Und das mit minimalen Investitionen, aber verdammt viel Herzblut.

 

Quelle: Extratipp vom 26.07.2009 Lars WINTER Diana WETZESTEIN 

 

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