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wahrscheinlich kleinste Konjunkturpaket der Bundesrepublik
zieht eine Zwischenbilanz: 35 Euro aus der Stadtkasse für
einen Internetauftritt brachten den Wanfrieder Unternehmen
erste Aufträge in Höhe von 60.000 Euro. Möglich machte das die
Zusammenarbeit von Bürgermeister Wilhelm Gebhard und der
ehrenamtlichen Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser.
Jetzt sollen die Handwerksunternehmen frühzeitig mit ins Boot
genommen werden. Eine Zusammenarbeit wurde im Rathaussaal
beschlossen. „Es gilt dem Verfall historischer Fachwerkhäuser,
dem Leerstand in der Stadt und den Ortsteilen aufgrund des
demografischen Wandels im ganzen Kreis mit unseren
Möglichkeiten entgegenzuwirken“, so der Bürgermeister.
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Vertreter der Bürgergruppe für den Erhalt der
Wanfrieder Häuser vor der Uraltschule |
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Wanfried setzt auf seine alte Bausubstanz. Diese soll erhalten
bleiben, nicht verschandelt werden. Traditionelle
Handwerksunternehmen, die seit Generationen an den
historischen Gebäuden arbeiten, sind vor Ort. „Wir haben gut
ausgebildete Fachleute, die über Restaurierung, Sanierung und
die Eigenarten eines alten Hauses Bescheid wissen“, sagte
Gebhard. Dieses Potential sei jetzt gefragt, seit dem sich
immer mehr Interessenten aus dem gesamten Bundesgebiet und den
Niederlanden für die historischen Wanfrieder Häuser
interessierten. Die große Resonanz dieser
Vermarktungsstrategie hat die Handwerksmeister überzeugt.
Zimmermeister Hubertus Wetzestein riet seinen Kollegen, die
Hauskäufer über das normale Maß hinaus zu beraten und den
Dialog untereinander zu suchen. Nur so könne es qualitativ
wertvolle Leistungen zu fairen Preisen geben.
Jürgen Rödiger von der Bürgergruppe führt wöchentlich
Kaufinteressenten durch die Stadt. Eine Internetpräsenz in den
Niederlanden, zahlreiche Medienberichte und die persönlichen
Briefe an mehr als 500 ehemalige Wanfrieder Bürger hatten
Erfolg. Zwei Häuser wechselten aufgrund der Internetanzeige
den Besitzer. Erster Ansprechpartner ist der Bürgermeister,
dann werden die Interessenten zur Stadtführung mit
Besichtigung der Fachwerkhäuser eingeladen. Die Bürgergruppe
berät die Käufer in Sachen Fachwerksanierung und
Baufinanzierung. Hier sollen jetzt auch die Wanfrieder
Handwerker die Interessenten vor dem Kaufentscheid kostenlos
beraten. Der Bürgermeister ist mit dem Ergebnis zufrieden.
„Wohnen und Leben in Wanfried wird immer attraktiver“, so
Gebhard. Durch die jetzt beschlossene Zusammenarbeit würde die
Leistung der ehrenamtlichen Bürgergruppe weiter verstärkt, das
käme allen zu Gute.

Zwischenruf von Lars Winter:
Mit minimalen Investitionen
viel erreichen

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Mit minimalen Investitionen viel erreichen.
Dafür dient Wanfried momentan als Paradebeispiel. Denn was
dort ehrenamtlich auf die Beine gestellt wird, ist aller Ehren
wert.
Zurecht kann man vom kleinsten bisher bekannten
Konjunkturprogramm sprechen. Und vor allem dem preiswertesten.
Denn im Gegensatz zu den Millionen, die derzeit überall
rausgehauen werden, backt man, was das Finanzielle angeht, in
Wanfried ganz kleine Brötchen. Anders geht es auch gar nicht,
denn auch der Brombeermannstadt sind auf Grund des
Schuldenberges die Hände gebunden. Umso wichtiger, dass sich
Bürger engagieren. Ehrenamtlich, aber voller Tatendrang. Und
umso wichtiger, dass der Bürgermeister genau in die selbe
Kerbe schlägt.
Zur Erinnerung: Gebhard war es, der das Wort „Vermarktung“ in
den Mund nahm, als andere ,Verwalter’ das Wort offensichtlich
noch gar nicht kannten – und zwar auch auf Kreisebene.
Dass jetzt auch Wanfrieds Handwerker erkannt haben, welches
Potenzial in der Initiative der Bürgergruppe steckt, macht das
Konjunkturprogramm erst komplett. Denn die heimischen
Handwerker sind und werden es sein, in deren Kassen das Geld
der Häuslekäufer und -sanierer landet. 60.000 Euro an
Aufträgen sind mehr als ein Anfang. Ein Anfang eines kleinen
Konjunkturprogrammes, aus dem vielleicht noch ein ganz großes
wird. Und das mit minimalen Investitionen, aber verdammt viel
Herzblut.
Quelle: Extratipp vom 26.07.2009 Lars WINTER
Diana WETZESTEIN
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