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Zur konstituierenden Sitzung der
Verbandsversammlung des Zweckverbandes Kommunaler Dienste der
Gemeinde Meinhard und der Stadt Wanfried trafen sich die
Bürgermeister Hans Giller (Gemeinde Meinhard) und Otto Frank
(Stadt Wanfried) sowie die 12 von den jeweiligen Parlamenten
gewählten Vertreter der Verbandsversammlung und eine große
Zuhörerschar am Mittwoch, dem 6. Juni, im Rathaussaal der
Brombeermannstadt.
Der Eröffnung und Begrüßung folgte die
Feststellung von Beschlussfähigkeit und Tagesordnung. Eine von
Wilhelm Gebhard ins Gespräch gebrachte Ergänzung der
Tagesordnung auf Änderung des in § 10 Abs. 2 Satz 2
festgelegten Turnuswechsels der Bürgermeister, beginnend mit
Otto Frank, konnte in der konstituierenden Sitzung noch nicht
geklärt werden, sondern wurde auf eine nächste Sitzung
vertagt. Hierzu muss die Verbandssatzung geändert werden, was
nicht auf der Tagesordnung angekündigt wurde. Zur vorläufigen
Schriftführerin wurde seitens der Versammlung einstimmig Frau
Menzel gewählt.
Mit der Wahl der/des Vorsitzenden der
Verbands-versammlung hatten sich die zwölf Vertreter beider
Kommunen im Punkt 3 der Tagesordnung zu befassen. Als
Vorschlag beider SPD Fraktionen wurde Harald Schädler ins
Rennen geschickt. Als gemeinsamer Kandidat der Meinharder und
Wanfrieder CDU, der FDP/ÜWG Meinhard sowie der parteilosen
Wanfrieder Vertreterin Michaela Schur wurde Detlef Kophamel
benannt. Während einer kurzen Sitzungspause zur Erstellung der
Wahlzettel nutzten die vorgeschlagenen Kandidaten die Zeit,
sich der Versammlung kurz vorzustellen. Als Wahlhelfer
fungierten Andrea Frank, CDU, Helmut Stück, FDP/ÜWG und
Gerhard Pippert, SPD, alle drei aus Meinhard.
Sowohl der erste, als auch der zweite Wahlgang
erbrachten eine Pattsituation mit jeweils 6 Stimmen für Harald
Schädler und Detlef Kophamel. Danach beantragte Wilhelm
Gebhard eine Sitzungsunterbrechung von 5 Minuten.
Nach Wiederaufnahme der Sitzung erklärte
Gebhard für die CDU, dass man bestrebt sei, den "Gordischen
Knoten" der Pattsituation zu durchschlagen: Dazu ziehe Detlef
Kophamel (CDU) seine Kandidatur zurück, stattdessen solle mit
der Benennung von Helmut Stück (FDP/ÜWG) eine ein-vernehmliche
Lösung gefunden werden. So stünden sich die beiden großen
Parteien nicht mehr direkt im Kandidaten-wettbewerb gegenüber.
Diesen Vorschlag lehnte Frank Susebach, als Vertreter der SPD,
im Namen beider Fraktionen ab.
Nach einer erneuten Sitzungsunterbrechung
beantragt von der SPD ging es erneut in die Wahl mit den
Vorschlägen Harald Schädler (SPD) und Helmut Stück (FDP/ÜWG).
Die drei folgenden Wahldurchgänge erbrachten
erneut eine Pattsituation: Jeweils 6 Stimmen für Harald
Schädler und 6 Stimmen für Helmut Stück. Nach der Hessischen
Gemeindeordnung war somit die Losentscheidung erforderlich:
Der Verbandsvorsteher Otto Frank griff in die Wahlurne und zog
Helmut Stück, den Kandidaten der FDP/ÜWG. Damit stand
nach mehr als zähem Ringen der neue Verbandsvorsitzende fest,
der bewegt die Wahlannahme erklärte und sogleich den Vorsitz,
unter gebührendem Applaus, von Otto Frank übernahm. In seinen
ersten Worten betonte der 67-jährige Stück sein Wissen stets
zum Wohle der Verbandsgemeinschaft einzubringen.
Als Vorschlag der SPD für den stellvertretenden
Vorsitzenden wurde erneut Harald Schädler ins Rennen
geschickt, die CDU unterbreitete keinen eigenen Wahlvorschlag.
Schädlers Wahl zum stellvertretenden Vorsitzenden erfolgte
dann einstimmig, auch er erklärte die Annahme der Wahl.
Hans Giller schlug als Schriftführerin der
Versammlung Nicole Reuß vor, die zum 1. Juli beim Zweckverband
Kommunale Dienste beschäftigt sein wird. Sie wurde mit
Einstimmigkeit bei zwei Enthaltungen gewählt. Ihre Vertreterin
wird Frau Menzel.
Spannung kam nochmals unter Punkt 7 der
Tagesordnung auf, der die Wahl der Vorstandsmitglieder des
Zweck-verbandes vorsah. Für die CDU erklärte Wilhelm Gebhard
den Wunsch doch zu einer gemeinsamen Liste zu kommen.
Frank Susebach lehnte dies im Namen der SPD ab, die
Sozialdemokraten zögen die Wahl nach getrennten Listen vor.
Harald Schädler (SPD) begründete diese Haltung mit dem
„undemokratischen Verhalten der sich zusammen-schließenden CDU
und FDP/ÜWG" bei der Wahl des Vorsitzenden der
Verbandsversammlung. Nach seiner Auffassung stünde der Vorsitz
der stärksten Fraktion in der Verbandsversammlung, der SPD,
zu.
Dieser Meinung schloss sich Wilhelm Gebhard
nicht an, sondern bedauerte es ausdrücklich, dass hier eine
gemeinsame Vorschlagsliste für die Wahl der
Vorstands-mitglieder vom Vorsitz der Verbandsversammlung
abhängig gemacht werde. Der Parteivorsitzende und
Pressesprecher der CDU Wanfried, Hartmut Vogt, erklärte in
diesem Zusammenhang später, dass in mehr als 40 Jahren der
SPD-Mehrheit in Wanfried gegenüber der CDU noch niemals
vergleichbare demokratische Regeln beachtet wurden. So sprach
man der CDU noch vor Jahren ab, die Position von
stellvertretenden Ausschussvorsitzenden zu besetzen. Insofern
bezeichnete er die von Harald Schädler formulierte Auffassung
aus Wanfrieder Sicht nicht als "demokratische Regel", sondern
im Sinne der SPD als eine "ideologische Regel".
Um die endgültige Wahl des Vorstandes
vorzubereiten, erfolgte erneut eine Sitzungsunterbrechung.
Wieder mussten Listen angefertigt und als Wahlzettel gedruckt
werden.
Helmut Stück verlas nach der Eröffnung der
Sitzung die Listenvorschläge der SPD sowie den gemeinsamen
Vorschlag von CDU mit FDP/ÜWG. Als Wahlhelfer wurden erneut
Andrea Frank und Gerhard Pippert tätig.
Mit einem Ergebnis von 6 Stimmen für die Liste
der SPD und 6 Stimmen für die gemeinsame Liste von CDU und
FDP/ÜWG, wurden jeweils die ersten beiden auf den Listen
stehenden Kandidaten gewählt. Für die SPD sind somit Edgar
Gimpel und Hans-Jürgen Gerlach, für die CDU und FDP/ÜWG
Wilhelm Walter und Bernd Appel in den Vorstand gewählt, dem
ebenfalls die Bürgermeister der beiden Kommunen angehören.
Unter dem letzten Punkt „Verschiedenes“ bat
Detlef Kophamel (CDU) um eine Auflistung des Stellenplans, vom
Stand Dezember 2006, auch von Seiten der Gemeinde Meinhard. Er
fragte weiter nach, ab wann mit einer Eröffnungsbilanz, die im
Rahmen der Doppik zu erstellen ist, gerechnet werden könne.
Otto Frank entgegnete, dass dies eine Aufgabe des neuen
Vorstands sei, der in Kürze zusammenkommt, Hans Giller fügte
hinzu, dass „daran von beiden Seiten hochintensiv gearbeitet
werde“.
Verbandversammlungsmitglied Roland Eisenberg
(CDU) wollte wissen, auf welcher Grundlage Nicole Reuß in
Zukunft für den Verband tätig sein wird. Nach Ausführungen von
Otto Frank ist Nicole Reuß für eine Tätigkeit im Zweckverband
vorgesehen, sie wurde mit einem befristeten Vertrag bei der
Gemeinde Meinhard eingestellt und werde ab Aufnahme der
Tätigkeit des Zweckverbandes in diesen überführt. Roland
Eisenberg fragte weiter nach, ob mit der Neueinstellung im
Rahmen der Kostenersparnis, dem eigentlichen Ziel des
Zweckverbandes, gearbeitet werde, oder ob nicht vielmehr diese
Tätigkeiten mit den vorhandenen Kräften aus den eigenen Reihen
zu bewältigen sei. Otto Frank wies darauf hin, dass im
Haushaltsplan der Stadt Wanfried bereits eine halbe Stelle
gestrichen sei, um die neue Stelle zu realisieren und ohne
zusätzliche Stellen auszukommen. Hans Giller betonte, dass
ebenso in Meinhard eineinhalb Stellen eingespart wurden und im
Wege der Umstrukturierung weiter daran gearbeitet werde, die
Verwaltung zu verschlanken.
Auch die Frage nach dem weiteren Zeitplan wurde
in der Versammlung gestellt. Die weiteren Termine ergeben
sich, sobald die Arbeit im Zweckverband aufgenommen werden
kann.
Mit abschließenden Worten trifft Meinhards
Bürgermeister Hans Giller genau die Stimmung, von der die
konstituierende Sitzung des Zweckverbandes geprägt war: „Eine
Gemeinschaft mit Geburtswehen!“. Er lud weiterhin alle
Mitglieder der Verbandsversammlung zu einer Besichtigung der
neuen Räumlichkeiten des Zweckverbandes nach Meinhard ein, was
allgemein als sinnvoll erachtet wurde.
Die Versammlung schloss kurz vor 22 Uhr, mit
dem Wunsch des neuen Vorsitzenden Helmut Stück auf „guten
Erfolg der interkommunalen Zusammenarbeit!“.
Man möge seine Worte berücksichtigen. |